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Meine persönlichen Gedanken zu „Corona und Frauen“

Meine persönlichen Gedanken zu „Corona und Frauen“.

Um häuslicher Gewalt entschieden entgegentreten zu können, ist es wichtig, dass offensichtliche Hinweise wie Schläge und Drohungen frühzeitig erkannt und angezeigt werden. Auch in den Beziehungen, die niemanden auffallen, weil der Mann noch NIE gewalttätig war. Die Funkwageneinsätze haben sich in Corona Zeiten erhöht, vielen Dank an alle Nachbarn, die mit ihrem Anruf, vielleicht Schlimmeres verhindert haben. Zur Zeit gibt es nur eine leichte Steigerung der Inanspruchnahme von unseren Frauenhausplätzen. Das kann sich abrupt ändern! Für uns stellen sich Fragen wie: Ist die psychologische Erstversorgung der Frauen und Kinder sicher gestellt? Reichen die zusätzlich angemieteten Ausweichunterkünfte aus? Wo müssen wir nachjustieren? Um sich darüber ein genaues Bild zu machen, wird „häusliche Gewalt“ mit all ihren Facetten, am 25.5.2020 im Ausschuss Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Thema sein.

Immer stärker setzt die Coronakrise unsere Familien und vor allem Frauen unter Druck. Frauen arbeiten in Kurzarbeit, sind im Homeoffice, gehen in Teilzeit, haben keine oder nur eingeschränkte Kinderbetreuung oder stehen als Selbstständige vor dem wirtschaftlichen Ruin. Von der Mehrbelastung am schlimmsten betroffen sind Alleinerziehende.

Die Corona Krise macht auch deutlich, dass es in erster Linie Frauen sind, die mit 75% Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen, 76% in den Krankenhäusern, 72% im Lebensmitteleinzelhandel und 92% in den Kindertageseinrichtungen, maßgeblich dafür sorgen, dass das Leben trotz Corona- Krise weitergeht. Dazu verdienen sie mehr als Klatschen und Hochachtung, sie brauchen eine Anpassung ihrer Einkommen zu Ihrer großen Verantwortung!

Ich werde solche Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern bekämpfen. Gleiches Geld für gleiche Arbeit!

Was in der Corona Krise auch extrem sichtbar ist, unsere Fachleute zu Corona sind vorwiegend männlich besetzt. Egal ob es der Virologe, der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung oder der Chef des Robert Koch Instituts ist. Unsere „Männer“ sind derzeit in ihrem Element, Medien berichten über die Selbstinszenierungen und Duelle unserer Herren, überall wird vermittelt „Männer haben alles im Griff“.

Mir fällt da ein Spruch ein, der seit 20 Jahre in meinem Büro hängt und heute aktueller denn je ist: „Frauen sind wie die Füße eines Elefanten, sie tragen die Last der Gesellschaft, aber sie bestimmen nicht die Richtung“

Frauen kommen in dieser Krise nicht zu Wort!

Es ist auch zu erwarten, dass in dieser wirtschaftlichen Krise die Zahl der Hartz-IV-Haushalte ansteigt und damit auch die Armut von Kindern und Jugendlichen, deren Anzahl schon vor der Krise 3 Millionen betrug, auch hier am schlimmsten betroffen Kinder von Alleinerziehenden.

Kitas und Kindergärten werden nur langsam für alle Berufsgruppen zugänglich gemacht, in der Annahme das es einen Familienernährer gibt und die Frauen die Kinderbetreuung locker auffangen. Ja sie verdienen weniger und in der Krise haben sie doch bewiesen, das Homeoffice und Kinder und Haushalt klappt. Genau hier beginnt das verstaubte Familienbild, Frauen werden wieder finanziell abhängig und ihnen wird die Selbstbestimmung strukturell verwehrt.

Wenn es jetzt darum geht, die Menschen aus der Krise zu holen, steht die Wirtschaft im Mittelpunkt. Und Konzerne, die ihren Aktionären Dividenden auszahlen wollen, fordern vom Steuerzahler Unterstützung. Dagegen sollen sich die Frauen, die unter schwierigsten Bedingungen für die Gesellschaft da sind, mit abendlichem Klatschen abfinden?

Es reicht!

Wir werden uns kontinuierlich dafür einsetzen, dass die Vorgaben der Istanbul-Konvention umgesetzt werden, nicht wie zur Zeit 374 Schutzplätze in Frauenhäusern, sondern wir fordern 946 Plätze. Des Weiteren sollen auch die Mitarbeiterinnen in den Frauenhäusern für ihre besondere Leistung in der Corona- Krise bedacht werden.

Wir, die Linksfraktion fordern, nachdrücklich die Umsetzung des Coronazuschlags auf Hartz IV und damit die Zahlung von zusätzlich 100€ monatlich für Leistungsberechtigte. Zur Zeit reicht der Regelsatz für die steigenden Lebenshaltungskosten, durch den Wegfall des kostenlosen Schulessens und der geschlossene Tafeln nicht aus.

Wir fordern, endlich die anhaltenden Benachteiligungen der Frauen gegenüber den Männern abzubauen, wie z.B das Ehegattensplitting, Gender pay gab und die Abschiebung in die Teilzeitfalle und somit ungebremst, ohne finanzielle Rücklagen in die Altersarmut. Das sind nur einige Aufzählungen.

Wir fordern endlich ein Berliner Paritätsgesetz, was von uns Linken schon Juni 2019 beschlossen wurde, denn nur wenn Frauen zu gleichen Teilen an der Regierung beteiligt sind, werden auch Frauen politische Themen zu gleichen Teilen umgesetzt!

Liebe Leserinnen und Leser, es war mir wichtig... Eure Ines